Das Jahr neigt sich schon wieder dem Ende und es wäre eigentlich an der Zeit einen musikalischen Rückblick zu wagen. Der Auswahlprozess für 2010 dauert jedoch noch etwas. Da habe ich mich erstmal daran gemacht den Blick noch ein wenig weiter zurückschweifen zu lassen und nun meine manchen bereits bekannten Mixtapes für die Zeit von 2005 bis 2009 virtuell verfügbar gemacht. Wie immer alle Angaben ohne Gewähr, unter dem Vorbehalt des persönlichen Geschmacks.
In Peru stehen Wahlen an, doch obwohl diese bedeutsamen Präsidentschaftswahlen erst 2011 stattfinden, wird schon seit letztem Sommer eifrig darüber berichtet und es vergeht wirklich kein Tag, an dem nicht irgendeine Zeitung etwas dazu kommentiert. Dass diese Wahlen schon zu einem solch frühen Zeitpunkt derartige Medienpräsenz erfahren, ist wohl in erster Linie dem Phänomen des angeblichen “Linksrucks Lateinamerikas” geschuldet, das inzwischen bei jeder anstehenden Wahl zitiert wird. Ob er im kommenden Jahr nun auch das konservativ regierte Peru erfasst, wird sich zeigen. Bisher deutet zumindest vieles darauf hin, dass sich auch in Peru wieder einer der inzwischen für Lateinamerika symptomatisch gewordenen, polarisierenden Wahlkämpfe anbahnen wird. Auf konservativer Seite ist das Bewerberfeld noch recht unüberschaubar, man rechnet jedoch u.a. Keiko Fuijimori, der Tochter des früheren Präsidenten der kürzlich wegen Menschenrechtsverbrechen zu einer langen Haftstrafte verurteilt wurde gute Chancen aus. Auf linker Seite präsentierte sich bisher der mit Venezuelas Präsident Chávez eng in Kontakt stehende Ollanta Humala als Alternative zur neoliberalen Regierung des jetzigen Präsidenten Alan García. Bisher, denn seit kurzem ist eine neue Persönlichkeit auf dem politischen Parkett Perus aufgetaucht, die das Potential haben könnte Humala das Wasser abzugraben und sich bis zur Wahl als die neue linke Alternative Perus durchzusetzen. Continue reading…
Nach zwei Wochen Aufenthalt in der spanischen Hauptstadt ist mir an Hand folgender Aspekte endgültig bewusst geworden, dass ich nun nicht mehr in Südamerika verweile, sondern ein europäisches Semester absolviere:
Beim Verlassen des Hauses muss nun leider wieder – wie bereits leidlich erfahren – stets ein Regenschirm mitgeführt werden und eine dicke Jacke ist ebenso anzuraten, denn zusätzlich beträgt der Temperaturunterschied 25 °C. Ungeachtet dessen, scheint auch hier die die Sonne bisher kaum.
Auf dem Weg zur Uni wird man nicht mehr mit 50 anderen Leute in einem Minivan eingepfercht und mit lauter Cumbiamusik beschallt, während der Fahrer halsbrecheriche Manöver vollbringt und man permanent aufgefordert wird doch noch ein bisschen näher zusammenzurücken. Nein, hier in Madrid kommt man in den vollen Genuss eines modernen, schnellen, sauberen und ruhigen öffentlichen Personennahverkerssytems.
Im Laden wird nicht mehr jeder Geldschein den man zum Bezahlen rausrückt fünf Mal auf Falschgeld überprüft.
Im Spanischen gibt es nun auch wieder ein Perfekt und sogar die zweite Person Plural darf nun durchaus wieder verwendet werden. Das Lispeln muss man deswegen aber nicht unbedingt gleich übernehmen.
Im Café kann nun wieder ohne Bedenken ein Milchkaffee bestellt werden ohne Gefahr zu laufen heißes Wasser und kalten Kaffee zu bekommen.
Rotwein kann nun auch wieder getrunken werden ohne dabei einen anaphylaktischen Schock ob des unerträglich hohen Süßegrades zu erfahren.
SALAT, ja, SALAT, meine Damen und Herren, darf endlich wieder ohne Bedenken bestellt werden.
Beim Verlassen des Hauses muss nun nicht mehr jedesmal daran gedacht werden auch Toilettenpapier einzupacken.
Ausgiebige Taxifahrten und Wochenendausflüge ins Hinterland müssen nun leider wieder eingeschränkt werden.
Der Ausblick wandert nun nicht mehr von der Dachterasse über die Weite des Pazifik entlang, sondern kommt nach wenigen Metern an der weißen Wand des kleinen Innenhofs zum Halt.
Die Bierpreise sind um gute 240% gestiegen (vom Pisco Sour gar nicht zu sprechen) und die Miete um 265%.
Care-Pakete aus der Heimat brauchen nun nicht mehr zwei Monate, sondern finden innerhalb zweier Tage ihren Weg nach Madrid.
Telefongespräche müssen nicht mehr mit der Weltzeituhr abgestimmt werden um böse Überraschungen zu vermeiden.
Und zu guter letzt: BESUCH, ja diesmal erhalte ich tatsächlich so viel Besuch, dass schon der Kalender zur Terminabstimmung herangezogen werden muss!!
Über all diese Unterschiede nachdenkend, bin ich, den vielen schönen Momenten Perus nachtrauernd, gleichzeitig doch froh darüber manches hinter mir gelassen zu haben und es wird einem bei diesem erneuten Anfang nun bewusst, dass sich die Erfahrungen eigentlich gar nicht so sehr unterscheiden. Der Anfang ist auch hier schwer, aber am Ende muss man sich dann doch immer losreissen… und wie Hermann Hesse so schön formulierte:
Wir sollen heiter Raum um Raum durchschreiten,
An keinem wie an einer Heimat hängen,
Der Weltgeist will nicht fesseln uns und engen,
Er will uns Stuf’ um Stufe heben, weiten.
Kaum sind wir heimisch einem Lebenskreise
Und traulich eingewohnt, so droht Erschlaffen,
Nur wer bereit zu Aufbruch ist und Reise,
Mag lähmender Gewöhnung sich entraffen.
Es wird vielleicht auch noch die Todesstunde
Uns neuen Räumen jung entgegensenden,
Des Lebens Ruf an uns wird niemals enden…
Wohlan denn, Herz, nimm Abschied und gesunde!
Wenn man bei frühlingshaften Temperaturen in Cusco über den auf dem Plaza de Armas aufgebauten Weihnachtsmarkt schlendert kommen einem nur bedingt Weihnachtsgefühle auf - die 360° Beräucherung mit zahlreichen intensiven Düften trägt jedoch ein bisschen dazu bei, dass man sich zumindest vorstellen kann, wie sich Weihnachten in Deutschland gerade anfühlen müsse.
Als weiteres kleines Hilfsmittelchen habe ich dazu aus Deutschland einen chinesischen USB Weihnachtsbaum mitgebracht bekommen, der sich auch per Batterie oder Steckdose betreiben lässt. Die anfängliche Kitsch-Skepsis ist recht schnell der Freude über ein kleines Mitbringsl aus Deutschland gewichen und so lässt sich Weihnachten auch hier ertragen.
Von daher verbleibe ich nun mit den besten Weihnachtswünschen an euch alle, ich hoffe ihr feiert schön und genießt die Feiertage!!
Im Norden Kolumbiens angekommen, zeigte sich mir eine Facette Südamerikas, die mir bisher noch völlig unbekannt war. Hier glich wirklich gar nichts der an den Andenhängen gelegenen, kühlen Hauptstadt Bogotá. Als erstes fiel mir der krasse Unterschied der Bevölkerung auf, denn auch wenn in Bogotá schon ein klarer Unterschied zu Lima erkennbar war, war der Anteil an Schwarzen in der Bevölkerung hier nochmal wesentlich höher als ich gedacht hätte. Überhaupt war es ein überwältigendes Gefühl nach den kühlen Morgenstunden in Santa Marta den Flughafen zu verlassen und mit 36°C und Sonnenschein begrüßt zu werden.